Das Familienrat Verfahren

Der Familienrat ist keine Hilfeleistung an sich, sondern ein Ansatz, der die Beteiligung, die Selbstbestimmung und Selbsthilfe von KlientInnen der Sozialen Arbeit, des Schulsystems und des Rechtssystems konsequent erhöht. Entscheidungskraft und Tragfähigkeit von Betroffenen und ihrem sozialen Umfeld werden durch den Familienrat gestärkt.

Ein Familienrat weitet den Kreis der Mitwirkungsberechtigten bewusst aus und mobilisiert auf diese Weise Ressourcen. Wenn soziale Netzwerke mit dem nötigen Wissen und mit tatsächlicher Einflussmöglichkeit ausgestattet werden, sind sie fähig, Unterstützung zu bieten, die das professionelle sozialstaatliche Hilfesystem so nicht bieten kann. Der Familienrat wirkt somit in zwei Richtungen: zum einen werden Probleme gemeinsam angegangen und durch diesen Prozess Beziehungen gestärkt, zum anderen werden sozialstaatliche Hilfeverfahren passgenauer und lebensweltorientierter.

Prinzipiell gibt es keine für das Familienratsverfahren ungeeigneten Fragestellungen. Im Familienrat erhalten Menschen das Recht auf ein Maximum an Selbstbestimmung, Selbsttätigkeit und Kooperation im eigenen Beziehungs-Netzwerk. Fachkräfte übernehmen nicht die Verantwortung für die Problemlösung, wohl aber Verantwortung für die Qualität des Verfahrens.

Ob der Familienrat als Problemlösung genutzt wird, entscheiden letztlich die Betroffenen. Niemandem kann dieses Verfahren aufgezwungen werden, aber in fast allen Situationen lohnt sich der Versuch.